Montag, 12. März 2007

Mittagspausen sind nicht Anwalts Liebling

Wenn man sich mit Anwälten trifft, sollte man Zeit (und Geld) mitbringen. Wenn man sich in einem Meeting mit Anwälten wundert, wenn es einmal nicht weitergeht, kann es nur daran liegen, dass der Kaloriennachschub fehlt oder zumindest der Glukose-Spiegel bedenklich gefallen ist.


Meine Vermutung war es - vielleicht sind amerikanische Anwaltserien daran schuld - dass alle in Anzügen in ein nahegelegenes schickes Restaurant gehen, natürlich teure Weine trinken und dann alle gemeinsam Karaoke singen.

Aber Ally McBeal war nicht dabei; vor Gericht gewinnt man ja dann auch dadurch, dass in der dritten Reihe jemand aufsteht und den Schuldigen benennt. Und nicht durch langwierige Vorbereitung. Bei Herrn Ackermann und Herrn Esser stand ja auch niemand auf und klärte den ganzen Fall auf, die mussten schon eine Einstellung gegen Auflage auf sich nehmen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.


Aber halt, es ist ja Mittags und wir sind in Deutschland und nicht in der fiktiven Wunderkanzlei von Ally, wo man ja auch nur über die Gänge läuft und sich charmant unterhält, statt Akten zu fräsen.
Liebling Kreuzberg ist ja auch nicht Wirklichkeit; der wäre dann ja auch so etwas wie ein Fachanwalt für kleine Streitwerte und insolvente Mandanten. Da wir uns aber im Hier und Jetzt befinden, muss in der Mittagspause schnell gegessen werden, damit gleich weiter gemeetet werden kann.


Und schnell ist gar kein Ausdruck. Nach 15 Minuten sitzen alle wieder am Tisch und weiter geht es. Meine Vermutung: Ein Anwalt hat einfach einen anderen Magen. Jeden Bissen nur zweimal gekaut und dann runter geschluckt. Trotzdem sind alle gut gelaunt - Haifischmagen sei Dank.

PS: Wer hätte unter solchen Umständen gedacht, dass Deutschlands drittgrößter Blog ein juristischer "Blawg" ist? Wer hat denn sooo viel Zeit?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Klar haben Anwälte andere Mägen - Haimägen.